Tanzen kann man lernen – Adverbiale Bestimmungen im Satz

Einer meiner früherer Lehrer war so höflich, uns in einer Stunde den Merksatz  „Tanzen kann man lernen“ mitzugeben. Damit lässt sich die Reihenfolge der Adverbialen in der Satzstellung einfach merken. T wie Tanzen oder temporal, K wie kann oder kausal, M wie man oder modal, l wie lernen oder lokal. Gewisse Grammatiken bieten auch das Merkwortkonstrukt Te ka mo lo. Mir jedoch scheint „Tanzen kann man lernen“ wesentlich einprägsamer und vor allem spassiger. Und es funktioniert:

Die Mac Fans sind heute (temporal) deswegen (kausal) fünfmal (modal) beim Apple Store (lokal) gewesen.    (Und sie haben das neue iPhone 4 noch immer nicht…)

Von Aristoteles und Apostroph – Eigennamen im Genitiv

Dass man bei Namen im Genitiv das „s“ ohne Apostroph anhängt, wurde ja verschiedentlich und von vielen Seiten immer wieder thematisiert. Dies gilt natürlich für die deutsche Sprache. Denn würden wir Englisch sprechen, dann wär der kleine Strich ja völlig ok. Aber den Angelsachsen haben wir diese Verwirrung schliesslich zu verdanken. Und so heisst es auch in deutschen Gefilden heute gut gern: Frieda’s Haarstübli oder Luigi’s Eisdiele. Strich also weg, vorausgesetzt Sie heissen nicht Burt, Jake oder Billy und möchten Ihre Bar oder Ihr Pub nach Ihnen benennen.

Aber gehört der Strich in jedem Fall weg? Und was schreibt man eigentlich, wenn ein Name mit einem „s“ endet? Eine Frage, die mir gestern ein mir sehr lieber Mensch gestellt hat. Ich kramte in den hintersten Ecken meiner Hirnwindungen. Und war mir fast sicher, dass da ein Apostroph ans „s“ gehört. Aber nur ein Apostroph. Ich versprach dies zu prüfen. Fündig wurde ich beim Meister von canoo.net. Da stand es wunderbar beschrieben und ich möchte es niemandem vorenthalten:

Aristoteles’ Werke

Der Apostroph kennzeichnet den Genitiv bei Eigennamen, die auf s, ss, ß, x oder z (oder als /s/ ausgesprochenes ce, se) enden, wenn sie ohne Artikel oder Artikelwort stehen (§96.1)

Und es gibt tatsächlich einen Fall, in dem man den Apostroph verwenden kann. Dann nämlich, wenn eine Auslassung zu Verwechslungen führen würde und unklar ist, wer gemeint sein könnte. Oder wie im Beispiel von canoo.net:

Andreas Eissalon oder Andrea’s Eissalon

Ist das jetzt der Eissalon von Andreas oder von Andrea? Obwohl bei Andreas ja dann Andreas‘ stehen müsste, wie wir oben gesehen haben. Dennoch Verwechslungspotenzial ist da. Die Frage nach der wahren Besitzerin/dem wahren Besitzer wird sich hier wohl kaum klären. Die ausformulierte Regel zur Apostrophsetzung aber gibt’s auf canoo.net unter Apostroph bei Eigennamen.

Das Substantiv oder Nomen oder Tunwort oder Dingwort oder so…

Ich habe kürzlich bemerkt, wie viel ich seit meinem Studium vergessen hatte. Manchmal sind es kleine Grundlagensachen, die mir nicht mehr in den Sinn kommen (dafür aber jede Menge überflüssiges Zeugs aus dem Studium, das ruhig in Vergessenheit geraten dürfte). Und dann habe ich mir plötzlich überlegt, wie man das Substantiv denn anders nennen könnte. Weder die Bezeichnung „Hauptwort“ noch diejenige von „Dingwort“ sind wirklich zufriedenstellend. Denn schliesslich umfassen Substantive auch Abstraktes, z.B. etwas, das von Hand nicht greifbar ist wie Ehrlichkeit, Liebe oder Frieden. Und eine Wortschöpfung wie das-abstrakt-wie-konkret-Wort wäre ja schlichtweg ein übler Killer. Bleiben wir also bei Substantiv oder Nomen wie diese Wörter heute in allen Deutschklassen weiterhin genannt werden.

Sie sind flektierbar, was bedeutet, dass sie je nach dem Satzumfeld in verschiedenen Formen vorkommen können. Wie ein Chamäleon, das seine Farben wechselt, können Substantive und andere flektierbare Wörter beispielsweise andere Endungen annehmen. Flektierbare Wörter können dank der Flexion ihre Form dem Satzzusammenhang anpassen. Und das macht den Satz klarer, umissverständlicher und damit ganz schön sexy.

Unter Flexion fallen folgende zwei Teile:

  • Deklination:
    die Anpassung von Substantiven, Adjektiven, Pronomen und Numeralen nach Fall (Kasus), Zahl (Numerus) und Geschlecht(Genus)
  • Konjugation: die Veränderung des Verbs

Pronomi diretti 3 – Die Angleichung macht den Unterschied

Weil’s selbsterklärend ist und eigentlich ganz einfach, hier ein paar Beispiele, die ich vor Jahren aus Italien im Gepäck mit nach Hause gebracht habe.

Männlich und Einzahl – Angleichung beim Pronomen lo* mit „o“
Che bell‘orologio! Dove l‘hai (lo hai – l’orologio) comprato?
L‚ho comprato a Zurigo.

Weiblich und Einzahl – Angleichung beim Pronomen la* mit „a“
Che bella maglietta! Dove l‚hai (la hai – la maglietta) comprata?
L‘ho comprata a Milano.

Männlich und Mehrzahl – Angleichung beim Pronomen li mit „i“
Che begli occhiali! Dove li hai (gli occhiali) comprati?
Li ho comprati a Roma.

Weiblich und Mehrzahl – Angleichung beim Pronomen le mit „e“
Che belle scarpe! Dove le hai (le scarpe) comprate?
Le ho comprate a Vienna.

*vor avere kürzt man die Pronomen lo, la und La (Höflichkeitsform) mit einem Apostroph.

Achtung:
Wenn das passato prossimo (Partizip perfekt) mit avere (haben) gebildet wird, dann bleibt das normalerweise unverändert. Steht das pronome diretto (lo, la, li, le) vor avere, dann braucht’s aber eine Angleichung. Es passt sich in Geschlecht und Zahl an das ersetzte Wort (Substantiv) an. Das Beispiel macht’s deutlich:

Ho comprato la borsa a Venezia.
(Ich habe die Tasche in Venedig gekauft. – Oh ja, da gibt es wahrlich schöne Taschen…)

Vedi la mia borsa? L‚ho (la ho – la borsa) comprata Venezia.
(Siehst du meine Tasche? Ich habe sie in Venedig gekauft.)

DAS oder DASS und die nützliche Seite

Bei einer kleinen grammatikalischen Surftour durchs Internet bin ich heute auf eine Seite gekommen, die ab sofort für alle Verwechsler von das und dass die ultimative Rettung verspricht. Also: In die Favoriten speichern, auf die Lieblingslinkliste setzen oder natürlich – ganz altmodisch – im Zentralrechner des Körpers speichern.

Denn die Sache ist eigentlich ganz einfach: das eine DAS ist Artikel oder Pronomen, das andere DASS leitet als Konjunktion einen Nebensatz ein. Aber mehr will ich hier gar nicht schreiben, denn bei den Machern von das-dass.de stets ausgezeichnet beschrieben. Mit Klick aufs Bild geht’s direkt zur Seite… Viel Spass!

das-dass.de